Auf der Zentralkläranlage in Kaiserslautern laufen derzeit gleich zwei zukunftsweisende Baumaßnahmen. Damit investiert die Stadtentwässerung Kaiserslautern AöR gezielt in moderne Infrastruktur, Klimaschutz und gute Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeitenden.
Warum wird gebaut – und was bringt das für die Bürgerinnen und Bürger?
Ziel aller Maßnahmen ist es, die Kläranlage technisch weiterzuentwickeln, effizienter zu machen und fit für die Zukunft aufzustellen.
Ein zentrales Projekt ist der Neubau eines zweigeschossigen Betriebs- und Laborgebäudes. Dort entstehen moderne Sozial- und Aufenthaltsräume für rund 60 Mitarbeitende, die bislang teilweise in veralteten Gebäuden untergebracht waren. Zudem erhält die Anlage ein neues, zeitgemäßes Abwasserlabor. Das verbessert Arbeitsbedingungen, Abläufe und die Qualitätssicherung.
Auch der Klimaschutz spielt eine wichtige Rolle: Die Erweiterung des Klärgasspeichers ermöglicht es, dass bei der Abwasserbehandlung entstehende Faulgas flexibler zu nutzen. Dadurch wird weniger Gas abgefackelt, mehr eigener Strom erzeugt und der Zukauf von Energie reduziert. Das senkt Treibhausgasemissionen und stärkt die Eigenversorgung der Anlage.
Wie ist der aktuelle Stand?
Neubau des Betriebsgebäudes mit nachhaltigen Komponenten:
Das Gebäude erhält eine Photovoltaikanlage auf dem begrünten Dach, wird über eine Wärmepumpe, die ihre Energie aus dem Abwasserstrom gewinnt, beheizt und nutzt moderne Bauweisen mit vorgefertigten Holzbauteilen. Eine sogenannte Rüttelstopfgründung sorgt für Stabilität auf dem anspruchsvollen Baugrund.
Die Abbrucharbeiten für den Neubau wurden bereits im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen. Aktuell laufen die Gründungsarbeiten und die Rohbauarbeiten sollen bis Mitte dieses Jahres fertiggestellt sein. Der Bezug des neuen Betriebs- und Laborgebäudes ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Für den Rohbau des neuen Betriebsgebäudes sind rund 1,3 Millionen Euro eingeplant. Das Gesamtprojekt umfasst ein Investitionsvolumen von etwa 4,5 Millionen Euro.
Errichtung des zweiten Klärgasspeichers:
Das Land fördert durch das „kommunale Investitionsprogramm Klimaschutz und Investition“ (KIPKI) den Neubau – nahezu ein Zwilling des bestehenden Speichers - an der Rütschhofstraße mit ca. 1 Million €. Das entlastet den Gebührenzahler deutlich. Vorgabe war allerdings, bis Juni 2026 fertig zu sein. Deshalb sieht man auch beim Klärgasspeicher aktuell deutliche Fortschritte: Die Gründungsarbeiten und Verbindungsleitungen sind weitestgehend abgeschlossen. Derzeit wird gerade begonnen, die Stahlhülle des Speichers zu montieren: Diese Arbeiten sollen bis Ende April beendet sein, anschließend erfolgt die Einbindung in das Prozessleitsystem und die Inbetriebnahme.
Warum musste die Rütschhofstraße am 10.02.2026 kurzfristig gesperrt werden?
Im Zuge der Bauarbeiten musste die Rütschhofstraße kurzfristig gesperrt werden. Die Sperrung war notwendig, um Baustellenverkehr, Materialanlieferungen und technische Arbeiten sicher durchführen zu können. Auch in den kommenden Bauphasen kann es zeitweise zu eher kürzeren Sperrungen kommen, da große Bauteile angeliefert und montiert werden müssen.
Gemeinsam mit Ortsvorsteher Torsten Peermann und Vertretern des Ortbeirates besichtigte Jörg Zimmermann, der Vorstand der Stadtentwässerung, die Baustelle und stellte den aktuellen Baufortschritt sowie die weiteren Planungen vor. Im Austausch ging es auch um die Auswirkungen auf die Anwohnerinnen und Anwohner.
Danke für Ihr Verständnis
Baumaßnahmen bringen immer auch Einschränkungen mit sich. Umso wichtiger ist das Verständnis der Anliegerinnen und Anlieger. Die Stadtentwässerung bedankt sich ausdrücklich für die Geduld und Unterstützung. Die Investitionen dienen einer sicheren, nachhaltigen und zukunftsfähigen Abwasserinfrastruktur für ganz Kaiserslautern.